MUSSORGSKI KOMMT INS TROCKENDOCK
9th December 2009
The Berliner Morgenpost previews the Berlin performance

Unwiderstehlich ist der Drang von Künstlern, Dichtern und Musikern, sich an der Verbindung der schönen Künste mit der schönen Musik zu versuchen. Das berühmteste Beispiel heißt "Bilder einer Ausstellung" und stammt von Modest Mussorgski.

Der 1874 geschaffene Klavierzyklus wurde von Gemälden seines Freundes Viktor Hartmann angeregt. Leif Oves Andsnes, norwegischer Pianist der Sonderklasse, und Robin Rhode aus Südafrika, erfolgreich als Street Art- und Aktions-Künstler, haben diese Bilder jetzt neu gerahmt. Und präsentieren eine sehenswerte Show, mit der die Zwei derzeit auf Welttournee sind.

"Es ist ein Kunstprojekt und zugleich ein Konzert", sagt Andsnes über die neu gerahmten Bilder, die erstmals 2009 auf seinem eigenen Kammermusikfestival im norwegischen Risør zu bestaunen waren. Um neue Publikumsschichten gehe es erst in zweiter Linie. "Es wäre ein hübscher Bonus. Aber wir haben das getan, um herauszufinden, was Musik und visuelle Künste gemeinsam auf der Bühne zustande bringen können. Wir wollten einen neuen Ausdruck kreieren."

Optisch ist das zum Teil großartig gelöst. "Das alte Schloss" zeigt auf der Leinwand einen weiß-grünen Winterwald, der seine Form grafisch verändert; "Katakomben", das Totengespräch, findet unter kosmischen Lichterketten statt; zum "Großen Tor von Kiew" sehen wir einen in weißen Wasserfluten versinkenden schwarzen Flügel. "Ich sehe beim Spielen keine Bilder", so Andsnes. "Musik ist eine eigene Sprache."

Volker Tarnow, 9th December 2009, Berliner Morgenpost

http://www.morgenpost.de/printarchiv/kultur/article1220525/Mussorgski-kommt-ins-Trockendock.html


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